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Pflegeeinstufung bei Demenz wird vereinfacht – schneller Zugang zum Pflegegeld
Die soziale Mitte der SVP | 24.04.2026
Die Landesregierung hat heute auf Vorschlag der Landesrätin Pamer einen sehr wichtigen Beschluss zur Vereinfachung der Pflegeeinstufung gefasst: Künftig werden Menschen mit einer Demenzdiagnose, die von der Memoryklinik anhand des sogenannten CDR-Wertes gestellt wird, direkt einer Pflegestufe zugeordnet. Damit entfällt sowohl das bisher notwendige ärztliche Zeugnis des Hausarztes als auch die zusätzliche Bewertung durch ein Pflegeeinstufungsteam.
 
Die Bearbeitung der Ansuchen erfolgt innerhalb von 60 Tagen, das Pflegegeld wird bereits im Folgemonat nach Antragstellung ausbezahlt. Für Betroffene und ihre Angehörigen bedeutet dies eine spürbare Entlastung und vor allem schnellere finanzielle Unterstützung.
 
Die Soziale Mitte der SVP begrüßt diesen Schritt ausdrücklich. Vorsitzende Gabi Morandell betont: “Diese Entscheidung ist ein wichtiger Schritt hin zu weniger Bürokratie und mehr Menschlichkeit im Pflegesystem. Gerade Familien mit an Demenz erkrankten Angehörigen stehen oft unter enormem Druck. Schnelle und unbürokratische Hilfe ist hier entscheidend.“
 
Bereits heute gibt es in Südtirol Möglichkeiten einer vereinfachten Einstufung in besonderen Fällen: So kann bei schwerstkranken Menschen bzw. bei weit fortgeschrittenen und nicht mehr reversiblen Krankheitsverläufen, etwa bei terminalen Erkrankungen oder schweren neurologischen Zuständen, eine sogenannte Amtseinstufung aufgrund fortgeschrittener Krankheit erfolgen. Zu dieser bestehenden vereinfachten Einstufung kommt nun auch jene für Menschen mit Demenz hinzu.
 
Ein Blick auf die aktuellen Zahlen unterstreicht die Bedeutung solcher Maßnahmen: Rund 16.000 pflegebedürftige Menschen werden in Südtirol betreut, davon wurden im Dezember 2025 12.992 Personen zu Hause gepflegt. Die Ausgaben für Pflegeleistungen sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen und liegen 2025 bei über 314 Millionen Euro. Gleichzeitig nimmt der Anteil älterer Menschen kontinuierlich zu. Vor diesem Hintergrund ist eine effiziente und rasche Abwicklung der Pflegeeinstufungen zentral.
 
Neben der inhaltlichen Vereinfachung der Einstufung ist auch die geplante Optimierung der Abläufe sowie die Aufstockung des Personals ein entscheidender Schritt. Zusätzliche Teams und vereinfachte Verwaltungsprozesse tragen dazu bei, die Verfahren zu beschleunigen und die Wartezeiten weiter zu verkürzen.
 
Die neue Regelung für Menschen mit Demenz baut auf den bestehenden Möglichkeiten auf und entwickelt sie weiter. „Wir unterstützen jede Maßnahme, die dazu beiträgt, die Wartezeiten bei Neueinstufungen zu verkürzen“, so Morandell. „Unser Ziel muss es sein, dass Menschen genau dann Unterstützung erhalten, wenn sie gebraucht wird und nicht erst Monate später.“
 
Besonders bei bekannten Krankheitsbildern, bei denen keine Verbesserung mehr zu erwarten ist, müsse eine rasche und unbürokratische Einstufung noch weiter ausgebaut werden. „Hier braucht es pragmatische Lösungen im Sinne der Betroffenen“, so Morandell abschließend.