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Kinderbetreuung: Berufstätige Eltern sind in der Bredouille
27.04.2020
Die SVP-Kammerabgeordnete Renate Gebhard zeigt sich über die Pläne der italienischen Regierung zur schrittweisen Beendigung des Lockdown enttäuscht. „Ministerpräsident Giuseppe Conte ist bei seiner Ansprache vom gestrigen Sonntagabend mit keinem Wort auf die prekäre Situation von berufstätigen Eltern und ihren Kindern eingegangen“, bezeichnet Gebhard die Vorgangsweise als „realitätsfremd und an den Bedürfnissen der Familien vorbeigedacht.“

Wenn spätestens ab Anfang bzw. Mitte Mai der größte Teil der Menschen wieder seine gewohnte Arbeit aufnehmen kann, dann sind berufstätige Eltern in der Bredouille. Das scheint inzwischen überall angekommen zu sein, nur nicht bei den obersten Entscheidungsträgern. Die Schließung der Schulen, Kindergärten und Kitas wird verkündet, ohne dass gleichzeitig Alternativangebote für Kinder und berufstätige Eltern vorgestellt werden. „Ich frage mich, in welcher Welt Ministerpräsident Giuseppe Conte und sein wissenschaftliches Team leben und ob Familien mit Kindern dort überhaupt vorkommen“, so SVP-Kammerabgeordnete Renate Gebhard, „denn die bisherigen Pläne gehen völlig an der Realität vorbei.“

Sonderelternzeit und Babysitterbonus reichen nicht aus
Ministerpräsident Conte hat zwar – wie von der Südtiroler Parlamentarierin Renate Gebhard und auch Landesrätin Waltraud Deeg mehrmals mit Nachdruck gefordert – die Verlängerung und Erhöhung der Sonderelternzeit und die Neuauflage des Babysitterbonus bestätigt, laut Gebhard ist es damit aber nicht getan. „Diese Maßnahmen allein reichen nicht aus, um den Bedürfnissen berufstätiger Eltern gerecht zu werden“, so Gebhard. 
„Abgesehen davon haben Kinder das Recht auf soziale Kontakte und frühkindliche Bildung und vom Thema Kinderschutz wird erst gar nicht gesprochen“, gibt die SVP-Kammerabgeordnete zu bedenken. Gebhard fordert die Regierung erneut dazu auf, rechtzeitig zu handeln und die richtigen Maßnahmen zu treffen. „Dann brauchen wir später auch kein sogenanntes 'decreto bambini' und keine neue Taskforce zur Schadensbegrenzung“, so Gebhard. „Dabei müssen wir das Rad gar nicht neu erfinden, es reicht über die Staatsgrenzen zu schauen, wo eine Notfallbetreuung in Kleingruppen, immer unter Einhaltung der Sicherheitsmassnahmen, von Anfang an gewährleistet werden konnte. Wieso soll dies nicht auch in Italien funktionieren?“ Renate Gebhard hat ihre Vorschläge bereits an verschiedene Mitglieder der Regierung herangetragen und ist überparteilich auf Gehör gestoßen, „nun gilt es die  entsprechenden Mehrheiten zu finden, um Eltern und Kindern rechtzeitig eine Lösung zu bieten.“

Mehr Freiraum für die Regionen gefordert
Renate Gebhard ist sich in der Diskussion durchaus bewusst, dass zwischen Stadt und Land unterschieden werden muss. „Daher ist es an der Zeit, - und das gilt auch für andere Bereiche - den Regionen mehr Freiraum einzuräumen – zumal die Fallzahlen sich nicht überall gleich entwickeln.“ Die Kammerabgeordnete begrüßt die Initiative Südtiroler Eltern, die eine zeitnahe Wiederaufnahme der Betreuungs- und Bildungsangebote fordern. „Damit wird Druck aufgebaut, denn offensichtlich gibt es noch zu Mitglieder des Ministerrates, denen die Tragweite ihrer Entscheidungen für die Familien nicht bewusst ist.“ Gebhard betont, dass die Südtiroler Parlamentarier in engem Kontakt mit den einzelnen Organisationen, aber auch mit Familienministerin Elena Bonetti stehen. „Die Familienministerin ist sehr bemüht und hat Lösungen zugesichert, konkrete Zusagen konnte sie bis heute aber nicht machen – deshalb müssen wir jetzt unsere Anliegen im Netzwerk und mit aller Kraft einfordern, damit diese in das nächste Dekret eingebaut werden“, so Gebhard. 

Mutige Entscheidungen nicht weiter verschieben
In Bezug auf den Schulunterricht stellt sich für Renate Gebhard die Frage, was das Schulministerium in den vergangenen sechs Wochen getan hat. „Wenn nun der Vorschlag im Raum steht, ab September die Hälfte der Kinder online zu unterrichten und die Hälfte der Kinder in die Klasse zu holen, so frage ich mich schon: Wieso ist das nicht bereits jetzt für die verbleibenden Schulwochen im Mai und Juni möglich?“, fordert Renate Gebhard mutige Entscheidungen, „jetzt – und nicht erst in einigen Monaten.
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