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Photovoltaik / Deeg fordert mehr Steuergerechtigkeit für private Haushalte
11.09.2026
Der Ausbau erneuerbarer Energien ist ein zentraler Baustein für eine sichere und leistbare Energieversorgung. Gerade die aktuellen Entwicklungen auf den internationalen Energiemärkten zeigen, wie wichtig es ist, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern weiter zu reduzieren. SVP-Landtagsabgeordnete Waltraud Deeg fordert deshalb mehr Steuergerechtigkeit bei Photovoltaikanlagen. Mit einem in dieser Woche vom Landtag genehmigten Begehrensantrag fordert sie die italienische Regierung und das Parlament auf, die steuerliche Behandlung von privaten PV-Anlagen gerechter zu gestalten.

Während der Staat und auch das Land Südtirol den Ausbau von Photovoltaik grundsätzlich fördern, sieht Deeg bei der steuerlichen Behandlung der Einspeisevergütungen eine deutliche Ungleichbehandlung. Landwirtschaftliche Betriebe können Einnahmen aus der Einspeisung von Solarstrom unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich begünstigt behandeln. Private Haushalte müssen die Vergütungen des Gestore dei Servizi Energetici (GSE) hingegen grundsätzlich als Einkommen versteuern.

„Wer auf dem eigenen Dach eine Photovoltaikanlage errichtet, investiert nicht nur in die eigene Energieversorgung, sondern leistet auch einen konkreten Beitrag zur Energiewende. Diese Menschen dürfen steuerlich nicht schlechter gestellt werden“, betont Deeg.

Besonders problematisch sei die progressive Besteuerung der Einspeisevergütungen. Je nach persönlichem Einkommen könne dadurch eine erhebliche Steuerbelastung entstehen. Gleichzeitig seien Unternehmen in der Lage, bestimmte Investitions- und Betriebskosten steuerlich geltend zu machen, während dies für Privatpersonen nur eingeschränkt möglich sei.

„Wir brauchen mehr Anreize für private Investitionen in erneuerbare Energien und nicht zusätzliche steuerliche Hürden. Es ist widersinnig, wenn der Staat einerseits den Ausbau der Photovoltaik fördern will und andererseits einen Teil des wirtschaftlichen Nutzens für private Haushalte wieder hoch besteuert“, erklärt die SVP-Abgeordnete.

Deeg fordert deshalb eine steuerlich begünstigte Flat-Tax-Regelung für Einnahmen aus der Einspeisung von Strom aus privaten Photovoltaikanlagen. Gleichzeitig sollen bürokratische und steuerrechtliche Hürden abgebaut und die steuerliche Behandlung privater PV-Anlagen stärker an jene anderer Wirtschaftsbereiche angeglichen werden.

„Steuergerechtigkeit bedeutet für mich: Gleiche Leistung muss nach vergleichbaren Regeln behandelt werden. Wenn wir wollen, dass möglichst viele Haushalte in Solarenergie investieren, müssen wir private PV-Anlagen attraktiv und unkompliziert machen“, so Deeg.

Gerade in Zeiten geopolitischer Unsicherheit und schwankender Energiepreise sei der Ausbau der erneuerbaren Energien auch eine Frage der Versorgungssicherheit. Länder, die ihre erneuerbaren Energien konsequent ausgebaut haben, könnten heute stärker von einer eigenen Energieproduktion profitieren.

„Die Energiewende wird nicht allein auf großen Anlagen gelingen. Wir brauchen auch die vielen privaten Dächer und die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, selbst zu investieren. Wer diesen Beitrag leistet, verdient Unterstützung und faire Rahmenbedingungen – keine unnötige steuerliche Belastung“, unterstreicht Deeg.

Mit dem Begehrensantrag fordert der Südtiroler Landtag die italienische Regierung und das Parlament daher auf, eine steuerlich begünstigte Regelung für private PV-Einspeiseerlöse einzuführen, die steuerliche Gleichbehandlung zu verbessern und bürokratische Hürden abzubauen. Ziel sei es, private Investitionen attraktiver zu machen und damit den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter zu beschleunigen.