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Neues Berufsbild Krankenpflegeassistentin/Krankenpflegeassistent eingeführt
03.03.2026
Mit einem Beschluss vom 27. Februar führt die Landesregierung das Berufsbild „Krankenpflegeassistentin/Krankenpflegeassistent“ auch in Südtirol ein. „Damit setzt die Landesregierung einen Beschussantrag des Landtages um und schafft klare Aufgabenprofile, stärkt die Gesundheitsversorgung und verbessert die Zusammenarbeit in den Einrichtungen“, zeigt sich SVP-Landtagsabgeordnete Waltraud Deeg erfreut.

Mit dem demografischen Wandel und der damit einhergehenden älter werdende Gesellschaft wächst auch der Pflegebedarf. Diese Entwicklung bedingt einen höheren Bedarf an aktiver Seniorenpolitik und mehr Präventionsarbeit für ein gesundes und aktives Älterwerden in allen Bereichen, sei es am Arbeitsmarkt, bei der gesellschaftlichen Teilhabe, in der Pflege, bei den Maßnahmen gegen Einsamkeit als auch bei der Anpassung von Gesundheits- und Pflegesystemen. Auch in Südtirol wird dadurch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten eine hohe Zahl an zusätzlichen Pflegekräften benötigt.

Südtirol hat mit der Einführung der neuen Berufsbilder „PflegehelferIn in Ausbildung“ und „SozialbetreuerIn in Ausbildung“ in der letzten Legislatur und der Schaffung einer praxis- und wohnortnahen Ausbildung auch mit Öffnung für neue Anbieter und neue Ausbildungsmöglichkeiten, erste wichtige Schritte in die vorgenannte Richtung gesetzt.

Im September 2025 hatte Deeg als weiteren Schritt einen Beschlussantrag (BA 259/25) in den Landtag eingebracht, der die Einführung des Berufsbildes „Krankenpflegeassistentin/Krankenpflegeassistent“ auch in Südtirol forderte. Der Antrag wurde im Landtag mit großer Mehrheit angenommen. Nun hat die Landesregierung diesen Beschlussantrag umgesetzt. 

Das neue Berufsbild richtet sich an Personen, die bereits die Qualifikation als Pflegehelferin oder Pflegehelfer oder Sozialbetreuerin oder Sozialbetreuer besitzen und über eine zusätzliche Ausbildung den neuen Abschluss erwerben können. Die Krankenpflegeassistentinnen und ‑assistenten arbeiten im Pflegeteam eng mit den diplomierten Krankenpflegerinnen und Krankenpflegern unter deren Aufsicht zusammen und übernehmen definierte gesundheitsbezogene Tätigkeiten, die über das bisherige Aufgabenprofil der Pflegehelferinnen und Pflegehelfer oder Sozialbetreuerinnen und Sozialbetreuer hinausgehen.
Der Gesundheits- und Pflegebereich ist ein interessantes Umfeld für viele BerufsumsteigerInnen und QuereinsteigerInnen, insbesondere jene, die aufgrund einer Pflegesituation in der Familie bereits persönlich Pflegeerfahrung gesammelt haben. Es gilt daher, diesen Menschen den berufsbegleitenden Einstieg in diesen Beschäftigungsbereich zu erleichtern und die wohnortnahe berufsbegleitende Ausbildung zu verstärken. Ziel ist es ein durchlässiges, abgestuftes System aus Aus- und Weiterbildung an öffentlichen und akkreditierten privaten Bildungseinrichtungen zu schaffen, um die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der Gesundheits- und Pflegedienste in Zeiten einer älter werdenden Gesellschaft und mangelnder Fachkräfte zu garantieren.

„Die Zeiten ändern sich. Es braucht eine ständige Anpassung von Aus- und Weiterbildung. Auf Staatsebene wurde dieses Berufsbild mit Beschluss der Staat-Regionen-Konferenz 2024 eingeführt, dazu gibt es bereits ein flexibles System in der Pflege. Dieses ermöglicht die bessere Durchlässigkeit und die berufliche Weiterentwicklung innerhalb der Pflegeberufe. Ich begrüße daher den Beschluss der Landesregierung sehr. Es ist für das Südtiroler System ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Der nächste Schritt wäre nun die weitere Öffnung der Ausbildungswege auch nach oben hin, Richtung Krankenpflegeausbildung, wie dies in Deutschland oder Österreich bereits der Fall ist“, betont Deeg.

Die Ausbildung zum „Krankenpflegeassistentin/Krankenpflegeassistent“ wird vom Südtiroler Sanitätsbetrieb und den Landesfachschulen durchgeführt. Die Ausbildung beginnt mit dem Schuljahr 2026/27.