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​Familie im Wandel: Soziale Mitte rückt unterschiedliche Familienrealitäten in den Mittelpunkt
10.10.2026

Landesversammlung in Nals zur Frage „Was braucht die Familie der Zukunft?“ Unter dem Motto „Familie im Wandel. Zukunft im Blick.“ hat die Soziale Mitte der Südtiroler Volkspartei am heutigen Samstag ihre Landesversammlung im Vereinshaus Nals abgehalten.
 
„Familie darf kein Kraftakt sein. Wertschätzung allein reicht nicht – Familien brauchen Rahmenbedingungen, die im Alltag tragen. Genau dort muss Politik ansetzen: beim Wohnen, bei der Vereinbarkeit, bei Betreuung und Pflege und bei der finanziellen Sicherheit“, sagt die Vorsitzende der Sozialen Mitte, Gabi Morandell.
 
SVP-Obmann Dieter Steger und Landeshauptmann Arno Kompatscher setzten zum Auftakt politische Impulse. Landtagsabgeordnete Waltraud Deeg blickte auf familienpolitische Entwicklungen und offene Herausforderungen, während die Tiroler Landesrätin Eva Pawlata Einblicke in die Sozialpolitik Tirols gab.
 
Steger betonte: „Wer Kinder erzieht oder Angehörige pflegt, verdient Anerkennung und Unterstützung. Und wer Hilfe braucht, muss sich auf unsere Solidarität verlassen können.“
 
Im Zentrum der Landesversammlung stand der Panel-Talk „Was braucht die Familie der Zukunft?“ mit Josefa Brugger, Joachim Kerer, Christa Ladurner, Rosmarie Pamer, Eva Pawlata und Leon Pergioca. Die Diskussion zeigte: Die eine Familie gibt es nicht – und damit auch nicht die eine familienpolitische Antwort. Unterschiedliche Familienrealitäten bringen unterschiedliche Belastungen mit sich. Gleichzeitig verbinden viele Familien dieselben Themen: Zeit, Vereinbarkeit, finanzielle Sicherheit, Betreuung und gesellschaftliche Wertschätzung.
 
Christa Ladurner verwies darauf, dass Eltern sich mehr Zeit für Familie wünschen, steigende Lebenshaltungskosten jedoch häufig dazu führen, dass mehr gearbeitet werden muss. Josefa Brugger machte deutlich, dass finanzielle Unterstützung wichtig sei, aber nicht jede Belastung ausgleichen könne. Joachim Kerer forderte mehr gesellschaftliche Wertschätzung für Familien, während Leon Pergioca dafür plädierte, Familien mit Migrationsgeschichte bei politischen Maßnahmen von Beginn an mitzudenken.
 
Was kann Politik konkret verändern?
 
Im zweiten Teil richtete sich der Blick auf die politischen Handlungsmöglichkeiten. Rosmarie Pamer nannte die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, frühe Unterstützung von Familien und die Bekämpfung von Bildungsarmut als zentrale Handlungsfelder. Besonders bei der Abstimmung von Betreuungszeiten und Arbeitsalltag gebe es noch Verbesserungsbedarf.
 
Eva Pawlata verwies auf ähnliche Herausforderungen in Tirol und Südtirol. Einen besonderen Schwerpunkt legte sie auf die nach wie vor ungleiche Verteilung von Familien- und Sorgearbeit und auf die gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen.
 
Zum Abschluss fasste die stellvertretende Vorsitzende Kunhilde von Marsoner Holzner zusammen: Familienpolitik sei vielseitig und komplex. Gerade deshalb brauche es den kontinuierlichen Austausch mit den Menschen und die Bereitschaft, unterschiedliche Lebensrealitäten ernst zu nehmen.
 
Für die Soziale Mitte ergibt sich daraus ein klarer Auftrag: zuhören, hinschauen und die Erfahrungen von Familien in konkrete politische Arbeit übersetzen.