Landesrätin Waltraud Deeg

Liebe Arbeitnehmerinnen, liebe Arbeitnehmer,

„Sie haben Nerven wie Drahtseile und einen Schoß, auf dem 5 Kinder gleichzeitig sitzen können. Trotzdem haben Sie auf einem Kinderstuhl Platz. Sie haben einen Rücken haben, auf dem sich alles abladen lässt; und Sie können in einer überwiegend gebückter Haltung leben. Ihr Zuspruch heilt alles, von der Beule bis zum Seelenschmerz. Sie haben 6 Paar Hände und drei Paar Augen“ – wenn diese Beschreibung auf Sie zutrifft, können Sie sich als Tagesmutter bewerben, heißt es.

Als die ersten Tagesmütter vor mehr als 20 Jahren ihre Arbeit aufnahmen, war es eine Gelegenheitsarbeit. Mittlerweile ist ihr Dienst nicht mehr wegzudenken: 272 Tagesmütter – es sind fast ausschließlich Frauen – betreuen Kinder zu Hause. Die Nachfrage nach diesem Dienst ist seit 2014 konstant gestiegen, die Zahl der betreuten Kinder hat sich zwischen 2013 und 2016 fast verdreifacht.

Die soziale Absicherung dieser Alleskönnerinnen aber lässt bisher zu wünschen übrig: Die Frauen sind als Hausangestellte eingestuft, ihre Absicherung ist schwach.
Gemeinsam mit allen Südtiroler Parlamentariern ist es uns in der vergangenen Woche aber gelungen, in das Gesetz zum Schutz der selbständigen Arbeit einen Passus einzufügen, der vorsieht, dass Tagesmütter beim Nationalen Institut für Sozialfürsorge NISF in Zukunft als Angestellte der Sozialgenossenschaften geführt werden. Damit werden Tagesmütter im Vergleich zu jetzt deutlich bessergestellt. Die Regelung tritt am 1. September in Kraft. Die Zustimmung im Senat dürfte Formsache sein.
Abgesehen von höheren Renteneinzahlungen wird auch die Krankenabsicherung der Tagesmütter verbessert. Ein Beispiel: Derzeit hat eine Tagesmutter nach 2 Jahren Dienst Anspruch auf 15 Krankheitstage, ab September werden es 180 sein.

Der Schritt war überfällig. Wenn wir davon reden, dass eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige  Kleinkindbetreuung für die Familien wichtig ist – und das ist sie! –  müssen wir die Menschen, die in diesem Bereich tätig sind, auch sozial angemessen absichern und entlohnen.
Auf die Eltern kommen wegen dieser Verbesserung für die Tagesmütter keine Mehrkosten zu!

                                                                                                                          
Waltraud Deeg

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