Landesrätin Waltraud Deeg

„Sieben Punkte für leistbares Wohnen der Südtiroler Familien“


Liebe Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer,
 
der Familienbeirat ist seit seiner Einsetzung im Jahr 2013 das beratende Organ der Landesregierung zum Thema Familien. Er setzt sich zusammen aus 19 Mitgliedern, welche von Land, Gemeinden, Sozialpartnern sowie von Interessensvertretungen und Dienststellen für Familien ernannt werden. Zu seinen Aufgaben zählt es sich zu Themen, welche Familien betreffen zu äußeren und der Landesregierung Vorschläge zu unterbreiten. In diesem Zusammenhang hat der Familienbeirat Anfang Juni ein Positionspapier zum neuen Wohnbauförderungs- und Raumordnungsgesetz vorgestellt, ein Bereich der für die vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Land sehr wichtig ist.
 
Für den Familienbeirat ist es in erster Linie wichtig, den effektiven Bedarf an Miet- und Eigentumswohnungen in den Gemeinden quantitativ und qualitativ zu erheben, wobei vor allem der Bedarf von jungen Menschen bis 40 Jahre berücksichtigt werden muss. Auch alternative Modelle (Jugendhäuser, Co-Housing oder Mehrgenerationenhäuser) sollten dabei ins Auge gefasst werden.
 
Fast 70 Prozent der Südtiroler Bevölkerung leben in einem Eigenheim. Damit liegen wir europaweit an der Spitze. In einer Mietwohnung leben weniger als ein Viertel der Bevölkerung, wobei wir bei den Mietpreisen im europäischen Spitzenfeld liegen, die Gehälter sind im Verhältnis jedoch zu niedrig. Mieten soll eine leistbare Variante werden, heute ist der Unterschied zum Kaufen sehr gering, fordert der Familienbeirat in seinem Positionspapier. Das „Vorarlberger Modell“ könnte laut Familienbeirat auch in Südtirol eine Möglichkeit sein, um einen größeren Anreiz zum Vermieten von leerstehenden Wohnungen zu schaffen. Es sieht einen Garantiefonds vor, der den Vermieter schützt, aber auch dem Mieter Garantien gibt (nähere Infos dazu unter: https://www.vorarlberg.at/pdf/_sichervermieten_-eingewi.pdf).
 
Die Lebensrealität junger Menschen soll bei den Zugangskriterien zu Wohnungen verstärkt berücksichtigt werden. In diesem Zusammenhang erachtet der Familienbeirat eine eigene Rangliste für Jugendliche bei Wobi-Wohnungen als sinnvoll. Auch soll der Baugrund leistbarer werden. Der Familienbeirat schlägt vor, dass die Gemeinde bei Planungsmaßnahmen mindestens 50 Prozent des Wertzuwachses erhält, sodass sie den Baugrund zu einem deutlich günstigeren Preis als bisher an den Bauherrn verkaufen kann. Auch muss auf Gemeindeebene genügend Raum für Spielplätze und Familien eingeplant werden. Die Bevölkerung und vor allem auch Jugendliche und Familien sollen bei der Erarbeitung von Entwicklungs- und Durchführungsplänen miteinbezogen werden. Auch müsste laut Familienbeirat in den Gemeindekommissionen für Raum und Landschaft je ein Sachverständiger für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vertreten sein. Der Familienbeirat forderte nicht zuletzt eine familiengerechte Einkommens- und Vermögensberechnung bei der Wohnbauförderung, insbesondere für junge Paare.
 
Unter dem Link http://www.provinz.bz.it/news/de/news.asp?news_action=4&news_article_id=589694 ist das gesamte Positionspapier als Download verfügbar.

Waltraud Deeg


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