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Vorsitzender und L. Abg. Helmuth Renzler

Vorsitzender und Landtagsabgeordneter Helmuth Renzler

Neue Rentenform: RITA – wird vom Zusatzrentenfonds ausbezahlt

Diese im Haushalt 2018 vorgesehene neue Maßnahme ist eigentlich keine richtige Rente, sondern dient zur Überbrückung eines Zeitraumes von maximal fünf Jahren bis zum Erreichen des Renteneintrittsalters für eine normale Altersrente in der allgemeinen Pflichtversicherung. Die ausgezahlten Beträge werden somit mit dem eigenen in einem Zusatzrentenfonds angesparten Geld des Arbeitnehmers von diesem selbst bezahlt und nicht durch Steuergelder finanziert. Es kann eine positive und steuerlich sicherlich vorteilhafte Lösung für alle jene ArbeitnehmerInnen sein, welche es aus verschiedenen Gründen nicht schaffen bis zum Erreichen des für den Bezug einer normalen Altersrente notwendigen Lebensalters beschäftigt zu bleiben. Neu ist vor allem, dass die Rentenzusatzfonds nun ihre Statuten dahingehend abändern müssen, dass man schon, ohne dass man wie bisher eine Pflichtrente beziehen zu müssen, auf das im Rentenzusatzfonds angesparte Geld zur Gänze zurückgreifen kann. Bevor man aber diese Lösung wählt, sollte man sich auf jeden Fall genauestens beraten lassen.
 
Voraussetzungen:
Um die vom Zusatzrentenfonds auszubezahlende neue Rentenform RITA zu erhalten, müssen folgende Voraussetzungen und Bedingungen erfüllt werden:
Beendigung der Arbeitstätigkeit maximal fünf Jahre vor Erreichen der Lebensaltersvoraussetzungen für den Bezug einer Altersrente, mindestens 20 Pflichtrentenversicherungsjahre nachweisen können sowie mindestens fünf Jahre in einen Rentenzusatzfonds eingezahlt haben. Für seit mindestens 24 Monaten Langzeitarbeitslose, reicht es aus, dass zehn Jahre bis zum Erreichen des für den Bezug einer Alterrente notwendige Lebensalters fehlen. Die RITA ermöglicht es den Interessierten das in einem Zusatzrentenfonds angesparte Kapital dafür zu nutzen sich eine monatliche Rendite ausbezahlen zu lassen und zwar so lange bis sie den Anspruch auf eine Altersrente in einem Pflichtrentenfonds erreichen. Für das notwendige Lebensalter für den Bezug einer Altersrente wird immer jenes Alter herangezogen, welches zum Zeitpunkt des Antrages gilt.
 
Das bedeutet folglich:
Im Jahr 2018 können alle jene Personen die RITA beantragen, welche mindestens 61 Jahre und 7 Monate alt sind oder bei langer Arbeitslosigkeit 56 Jahre und 7 Monate, da das für den Bezug einer Altersrente notwendige Lebensalters im Jahr 2018 mit 66 Jahren und 7 Monaten festgelegt ist. Ab dem 1. Jänner 2019 steigt das für den Bezug einer Altersrente notwendige Lebensalter auf 67 Jahre an und somit müssen jene Versicherten, welche ab diesem Datum die RITA beantragen wollen, mindestens 62 Jahre alt sein oder 57 Jahre alt bei langer Arbeitslosigkeit. Da für diese Rentenform die Beendigung der Arbeitstätigkeit vorgesehen ist, bedeutet dies folglich, dass diese neue Pensionierungsmöglichkeit nur von lohnabhängigen Arbeitnehmern beansprucht werden kann.
 
Wie viel kann man durch die RITA an monatlicher finanzieller Leistung beziehen?
Der Versicherte kann selbst bestimmen, ob das im Rentenzusatzfonds angesparte Kapital zur Gänze oder aber auch nur zu einem Teil für die Berechnung des monatlichen auszubezahlenden Betrages herangezogen wird. Wenn das Kapital zur Gänze für die RITA verwendet wird, dann hat der Versicherte nach seiner Pensionierung keinen Anspruch mehr auf eine Zusatzrente. Wenn hingegen nur ein Teil des im Rentenzusatzfonds angesparten Kapitals für die Berechnung der RITA verwendet wird, so hat der Versicherte nach seiner Pensionierung Anspruch auf eine Rente aus dem Zusatzrentenfonds, dessen Berechnungskapitals allerdings um den durch die RITA ausbezahlten Betrages reduziert wird.
 
Praktisches Beispiel einer RITA Berechnung:
Ein lohnabhängiger Arbeitnehmer, welcher im März 1954 geboren wurde und der 20 Rentenversicherungsjahre beim NISF/INPS nachweisen kann sowie 20 Jahre in einem Rentenzusatzfonds Beiträge eingezahlt hat und dort so ein individuelles Beitragskapital von 100.000 Euro angespart hat, beabsichtigt im Jahr 2021 mit der Altersrente in Pension zu gehen:
 
Annahme 1)
Der Versicherte entschließt sich die gesamten angesparten 100.000 Euro für 36 Monate RITA zu verwenden. Der Antragsteller wird dabei eine monatliche Bruttorendite von 2.777 Euro erhalten. Auf diesem Betrag ist dann ein Steuersatz von 13,5 % zu bezahlen (15 % minus 0,3 % für jedes zusätzliche Jahr, in welchem er im Rentenzusatzfonds nach dem 15. Einschreibejahr eingeschrieben war). Die zu bezahlende Steuer beträgt somit monatlich 375 Euro. Daraus ergibt sich ein monatlicher Nettobetrag von 2.402 Euro, der dem Antragsteller ausbezahlt werden wird.
 
Annahme 2)
Der Antragsteller möchte für die RITA nur 50% seines angesparten Kapitals verwenden. In diesem Falle wird er eine monatliche Rendite von 1.200 Euro Netto für 36 Monate erhalten, wobei ihm anschließend noch ein Nettokapital für eine spätere Zusatzrente von 43.700 Euro im Rentenzusatzfonds erhalten bleibt.


Helmuth Renzler

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