Landesrat Richard Theiner

Stromleitungen: Eine rasche Modernisierung wird angestrebt


Die Landesregierung hat auf Vorschlag von Landesrat Richard Theiner den Masterplan zur Modernisierung des Stromnetzes beschlossen.
 
Am 1. Januar 2011 übernahm Südtirol von ENEL die Verwaltung und Führung des 5.100 Kilometer langen Leitungsnetzes im Bereich Mittelspannung und Niederspannung sowie 19 Übergabestationen im Bereich Hoch- zu Mittelspannung. „Das war ein großer autonomiepolitischer Erfolg, auf den wir lange hingearbeitet haben“, betont Energielandesrat Richard Theiner, der gleichzeitig darauf hinweist, dass das Leitungsnetz den Anforderungen der heutigen Zeit nicht mehr gerecht wird.
 
Mit dem von der Landesregierung beschlossenen Masterplan, der die Modernisierung des gesamten Stromverteilungsnetzes in Südtirol festlegt, sollen jetzt die Schwachstellen im Hoch- und Mittelspannungsbereich behoben werden. Handlungsbedarf bestehe vor allem deshalb, so Theiner, weil die ehemaligen Verteilernetze der ENEL als auch die Transportnetze der TERNA veraltet sind. Und der zweite Grund, der eine Modernisierung notwendig macht, sei auf die gestiegenen Anforderungen zurückzuführen, die sich durch den Ausbau der Wasserkraft-, der Photovoltaik- und der Biomasseanlagen ergeben haben. „Man muss sich nur vorstellen, dass wir derzeit in Südtirol rund 6.000 kleinere und mittlere Stromproduzenten haben, die ihre Energie in das Netz einspeisen wollen.“
 
Zudem wünsche sich die Bevölkerung zu Recht höhere Standards, wenn es um den Schutz vor elektromagnetischer Belastung geht. „Der Masterplan hat deshalb auch Zonen identifiziert, in denen wir Hochspannungsleitungen, die das Landschaftsbild beeinträchtigen, entfernen können“, sagt Theiner und führt als Beispiele das Überetsch und das Eisacktal an. Außerdem könne durch die Modernisierung der Transformatoren die Umweltbelastung reduziert werden.
 
„Es wäre wünschenswert, wenn wir die Modernisierung der Netzinfrastruktur innerhalb weniger Jahre durchführen könnten“, sagt Theiner. „Dabei müssen wir allerdings auch die Kosten, die landschaftlichen Gegebenheiten und die hohen gesundheitlichen Ansprüche berücksichtigen, denen wir gerecht werden wollen.“
 
Zu den Maßnahmen, die im Masterplan vorgesehen sind, gehört auch die Anpassung des zum Teil noch bestehenden 6-kV-Systems (1 kV = 1.000 Volt)  in Bozen und Meran an das landesübliche 20-kV-System. Auch die Modernisierung und der Ausbau des lokalen Netzes im Mittelspannungs- und Niederspannungsbereich - immerhin 8.200 Kilometer -, sowie die Anpassung und Potenzierung der 78 Umspannkabinen stehen an.
 
„Die Qualität und Sicherheit bei der Stromversorgung kann damit deutlich verbessert werden“, sagt Theiner und erinnert daran, dass die EDYNA, die 2016 aus der Zusammenlegung der Etschwerke Netz AG und SELNET AG hervorgegangen ist, seit 2011 bereits Investitionen in der Höhe von 113 Millionen Euro getätigt hat, und dass sie bis 2023 noch einmal 199 Millionen Euro zur qualitativen Verbesserung des Stromnetzes ausgeben wird.


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