Landesrat Richard Theiner

Umwelt: Neuer Wassernutzungsplan in Kraft

Staatspräsident Sergio Mattarella hat den neuen Plan des Landes Südtirol unterzeichnet. Am 19. August ist er in Kraft getreten.
 
„Der Wassernutzungsplan regelt die Nutzung und den Schutz der Gewässer und trägt dazu bei, eine einheitliche Bewirtschaftung auf dem Wassereinzugsgebiet der Etsch zu gewährleisten“, erklärt Umweltlandesrat Richard Theiner. Von einer solchen Regelung ist nicht nur Südtirol betroffen, sondern weite Teile des oberitalienischen Raums. Das ist auch der Grund, wieso der Wassernutzungsplan vom Staatspräsidenten unterzeichnet und im Amtsblatt der Republik veröffentlicht werden muss.
 
Der Wassernutzplan wurde von der Landesregierung am 17. Jänner genehmigt und daraufhin der Paritätischen Kommission, die sich aus je drei Vertretern des Landes (Rudolf Pollinger, Helmut Schwarz und Ernesto Scarperi) sowie aus drei Vertretern des Staates zusammensetzt, weitergeleitet. Mit dem Plan wurde auch die Wasserbilanz für das Einzugsgebiet der Etsch, von vierzehn Untereinzugsgebieten sowie von Einzugsgebieten unseres Landes erstellt, die teilweise an der Drau, am Piave oder am Inn liegen, was gerade in Zeit der Wasserknappheit von großer Bedeutung ist.
 
Der Plan regelt die Nutzung des Wassers und legt die Prinzipien des Wassermanagements fest, wobei das Trinkwasser gegenüber allen anderen Nutzungen Vorrang hat. Für die verschiedenen Nutzungsarten wie Trinkwasser, Landwirtschaft, Stromgewinnung, Industrie, Beschneiung oder Fischzucht wurden Bedingungen und maximale Wassermengen festgelegt. Der Plan beschreibt außerdem die Prinzipien für die Gefahrenzonen und hydrogeologische Risikozonen, die Verbauung der Wasserläufe und der Hänge sowie Maßnahmen, welche den Umweltschutz, die Qualitätsziele der Gewässer und die Restwassermengen betreffen.
Neu definiert wurden die Kriterien für die Ausstellung von Konzessionen zur Stromerzeugung: So wurde die Wassermenge, welche für die landwirtschaftliche Nutzung reserviert ist, von 0,5 auf 1,0 Liter pro Sekunde (l/s) und Quadratkilometer Einzugsgebiet angehoben und in Trockengebieten von 0,6 auf 1,2 l/s. Außerdem wurde der Wasserbedarf für Großvieheinheiten von 100 auf 140 Liter pro Tag und Großvieheinheit erhöht.
Bezüglich Mindestrestwassermenge sind in den Plan mehrere Änderungen eingeflossen. So sind für Schutzhütten und Almen geringere Restwassermengen vorgesehen, wenn sie nicht an das Stromnetz angeschlossen werden können. Verbessert wurde auch die Regelung des Restwassers in Zonen, welche durch Trockenheit gekennzeichnet sind. Dafür werden nun eigene Bewirtschaftungspläne in Zusammenarbeit mit den Konzessionären erarbeitet, um so eine ökologisch vertretbare und effizientere Nutzung der lebensnotwendigen Ressource Wasser zu erreichen.
Um in Zeiten des Klimawandels der Wasserknappheit besser vorbeugen zu können, ist eine rationelle Nutzung des Wassers mittels Speicher unabdingbar. „Dafür braucht es Synergien und Zusammenschlüsse zwischen den vielen Betreibern, wobei sich das Land federführend an der Überarbeitung dieser Pläne beteiligen wird“, sagt Theiner, der überzeugt ist, „dass wir mit dem neuen Plan einen guten Kompromiss zwischen Nutzung und Schutz der Gewässer gefunden haben.“
 
Richard Theiner

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