Landtagsabgeordnete Magdalena Amhof

Aus alt mach neu: Leistbares Wohnen durch Sanierung alter Bausubstanz

Die Stadtgemeinde Glurns hat es uns vorgemacht und ihrem Beispiel folgen bereits mehrere Gemeinden in unserem Land. Sie erwerben ungenutzte Bausubstanz in den Ortskernen, sanieren diese und stellen sie anschließend der einheimischen Bevölkerung als geförderten Wohnbau zur Verfügung. Für den Ankauf der Immobilien erhalten die Gemeinden von der Landesabteilung Wohnungsbau entsprechende Beiträge, die bis zur Hälfte der gesetzlichen Baukosten umfassen können. Die Gemeinde Glurns gilt hier als Vorreiter: Sie hatte 2012 zwei Gebäude erworben, mit dem Ziel, sie nach der Sanierung an Glurnser Familen zuzuweisen, welche aufgrund ihres Einkommens, der Ansässigkeit usw. Anrecht auf eine Wohnbauförderung hatten. Der anfänglichen Skepsis zum Trotz, entstanden sieben wunderschöne Wohnungen, sowie Geschäftsflächen und Büros. Jetzt zählt Glurns weit mehr Interessenten als Wohnungen. Die Bevölkerung hat erkannt, dass auch aus alten Bauten Wohnungen mit hohem Komfort zu leistbaren Preisen entstehen können. Der Quadratmeterpreis nach erfolgtem Umbau liegt für die Antragsteller des geförderten Wohnbaus in Glurns bei 2.400 Euro. Man kann davon ausgehen, dass es künftig für Ansässige in Landgemeinden sogar Wohnungen mit einem Quadratmeterpreis von rund 2.200 Euro geben wird. Die Bauwerber zahlen nur für die nutzbare Nettofläche der Wohnung und nicht wie sonst üblich, für die Bruttofläche. Daraus ergibt sich ein großer Vorteil für die Bauwerbe.
Ganz abgesehen davon, dass auch hierzulande Grund und Boden knapp sind und dass seit Jahren die Forderung nach leistbarem Wohnung besteht, stecken im "Modell Glurns" weitere Vorteile: Bereits erschlossene und verbaute Flächen können effizienter genutzt werden, es wird eine Durchmischung von gefördertem Wohnbau und Gewerbestrukturen ermöglicht, der Orts- oder Stadtkern wird wiederbelebt, hohe Lebensqualität und Erreichbarkeit werden garantiert, wertvoller Kulturgrund wird geschont bzw. gespart. Damit wird auch zwei wichtigen Zielsetzungen des Gesetzesentwurfs Raum und Landschaft entsprochen, nämlich, alte Bausubstanz wiederzugewinnen und Kulturgrund zu schonen. Das neue Gesetz für Raum und Landschaft wird so jenes für die Wohnbauförderung flankieren. Allerdings müssen wir im Wohnbauförderungsgesetz - sofern wir am erfolgreichen "Modell Glurns" festhalten wollen - die Bindung der maximalen Nettowohnfläche von 110 Quadratmetern - überdenken. Architektonische und von der Bausubstanz vorgegebene Rahmenbedingungen, welche sich auf die Größe der Wohnfläche auswirken, müssen entsprechend Berücksichtigung finden.

Magdalena Amhof

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