Kurskorrektur beim Dampfer SEL nachhaltig planen
Aussetzung der Behandlung der Beschlussanträge beantragt, damit ausreichend Zeit bleibt, gründlich zu diskutieren
„Wir hatten bereits vor Wochen mit einem Beschlussantrag im Landtag die Neuausrichtung der SEL AG, samt der angeschlossenen Gesellschaften, angepeilt“, erklären die Abgeordneten Josef Noggler und Arnold Schuler, nachdem heute die entsprechenden Beschlussanträge der SVP und der Grünen ausgesetzt wurden. „Damit nicht wiederum neue Fehler gemacht werden, muss die Materie jetzt noch intensiver vertieft bzw. studiert werden, die Ereignisse der vergangenen Wochen belegen, dass noch einige Baustellen offen sind. Diese gilt es jetzt zu durchleuchten, um dann Neuausrichtung vorantreiben zu können“, sagen die Abgeordneten.
Prinzipiell genauer hingeschaut werden müsse bei den Tochtergesellschaften, aber vor allem Beteiligung bei anderen Gesellschaften, „da ist vieles unübersichtlich, was natürlich die Kurskorrektur erschwert.“
„Wir müssen uns auch Kardinalfragen stellen: Ist es richtig, dass das Land mit der einen Hand die Konzessionen vergibt und mit der anderen diese selbst wieder einsteckt? Inwieweit soll das Land überhaupt Unternehmer spielen?“, unterstreichen Schuler und Noggler.
„Was ganz sicher nicht Aufgabe des Landes Südtirol sein kann, ist es, als `player`am nationalen Markt mitspielen zu wollen“, unterstreichen die Abgeordneten in Anlehnung an den Einstieg bei der DELMI bzw. EDIPOWER, „zumal es für den `Goldfisch`-SEL ziemlich gefährlich ist, unter den Haifischen zu schwimmen“.
Unter die Lupe nehmen müsse man auch Interna der Führung der SEL: „Gibt es Unvereinbarkeiten, und gibt es Berateraufträge an Mitglieder der Aufsichtsräte?“
„Was uns ganz besonders am Herzen liegt, ist die Frage, wie die Beteiligung der örtlichen Körperschaften, also der Gemeinden und Bezirksgemeinschaften, erfolgen soll“, denn grundsätzlich sollen auch jene etwas von der Stromgewinnung haben, die durch die Anlagen auf dem Gemeindegebiet beeinträchtigt sind.
Die Beschlussanträge wurden nun ausgesetzt, bis zur kommenden Sitzung sollen alle Zeit haben, an der Kurskorrektur der SEL zu arbeiten, „damit am Ende ein sinnvoller Weg eingeschlagen werden kann.“



