Stocker zum Tage gegen weibliche Genitalverstümmelung
Eine der grausamsten Formen der Gewalt gegen Frauen stellt das Phänomen der Beschneidung von Frauen dar, das bis heute – gerade im afrikanischen Raum - noch traurige Anwendung findet. Unter dem Mantel der Tradition werden alle 10 Sekunden junge Frauen, ja Kinder an den Genitalien verstümmelt. Um auf diese schwere Menschenrechtsverletzung aufmerksam zu machen, wird am 6. Februar der Internationale Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung begangen, erstmals ausgerufen 2004 von der First Lady von Nigeria, Stella Obasanjo.
Mit Messern, Rasierklingen oder Dosendeckeln - dazu unter unhygienischen Voraussetzungen - werden den Wehrlosen die äußeren Geschlechtsorgane entfernt, mit verheerenden Folgen: Blutverlust, Schockzustände, tödliche Infektionen, Zystenbildung, Organschädigungen, Inkontinenz, erhöhte Müttersterblichkeit, Totgeburten, Depressionen, Selbstmord. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass insgesamt mehr als 100 Millionen Frauen und Mädchen beschnitten sind. Jedes Jahr erhöht sich die Zahl um etwa drei Millionen.
Traditionen sind keine Entschuldigungen für eine derartige Menschenrechtsverletzung und für eine derart eklatante Form der Unterdrückung von Frauen. Beunruhigend ist für Stocker, dass selbst betroffene Frauen einigen Studien zufolge die Eingriffe in über 90 % der Fälle nicht als eine Verstümmelung verstehen. Diese oft über jahrtausende praktizierte Form scheint für viele nicht nur Teil ihrer Kultur und Tradition zu sein, sondern ihrer Identität. Dies macht den Kampf gegen diese grausame Praktik so schwierig. Traditionen zu brechen ist natürlich sehr schwierig und verlangt eine große Überzeugungs- und Aufklärungsarbeit. Lobenswert, so die Regionalassessorin, sind nachhaltige Projekte wie beispielsweise das von der OEW initiierte Projekt „Bildung gegen Beschneidung“, das die Organisation in Uganda umsetzt.



