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Glücksspiel beschränken
Glücksspiel beschränken
02.02.12 - Regionalssessorin Martha Stocker
Spielhallen und Spielsucht eindämmen

Das Geschäft mit den Glücksspielen hat sich leider zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt, der gerade jetzt in Krisenzeiten weiter boomt, was in den Augen der Regionalassessorin Martha Stocker sehr besorgniserregend ist und die politisch Verantwortlichen auf den Plan ruft. Es gilt den Spielhallenbetreibern den Riegel vorzuschieben und ein nachhaltiges Konzept auszuarbeiten, das sowohl eine Einschränkung und strenge Auflagen für die Betreiber als auch den Ausbau des Bereiches Beratung und Therapie vorsieht. Einen entsprechenden Beschlussantrag hat Stocker bereits in den Südtiroler Landtag eingereicht.

Durch die wachsende Verbreitung und durch den sehr leichten Zugang zu sämtlichen Formen des Glücksspiels steigen von Jahr zu Jahr die Umsätze. Was auch steigt, sind die Zahlen der aktiven SpielerInnen, und proportional dazu – so geht es aus Studien hervor - steigen auch die Zahlen der sog. ProblemspielerInnen. Vor allem diesen gilt das Augenmerk und unsere politische Verantwortung, so Stocker.

Besonders in Italien kann man diesen Boom und die damit verbundenen sozialen Auswirkungen sehr gut beobachten. Die Ausgaben für Glücksspiele haben in den letzten Jahren besorgniserregend zugenommen: Im Jahr 2008 wurden 47,5 Milliarden Euro in das Glücksspiel investiert. Die Tendenz ist leider rapide steigend, sieht man sich die Zahlen der Autonomen Staatsmonopolverwaltung an: Allein von Jänner bis Oktober wurden fast 70 Mrd Euro in das Glücksspiel investiert, wobei sich vor allem Menschen mit einem geringen Einkommen daran beteiligen. Nicht anders sehen die Zahlen für Südtirol aus: Allein im November 2011 wurden rund 60 Mio. Euro für Glücksspiele ausgegeben!

Während das Spielangebot ständig erweitert wird, werden die Schutzmaßnahmen vernachlässigt. Dabei verspielen Menschen, die die Kontrolle über ihr Spielverhalten verlieren, einen großen Teil ihres Einkommens oder verschulden sich, um ihre Sucht zu finanzieren. Damit geraten sie und die ganze Familie in große Existenznöte. Allein im Zeitraum 2006 bis 2008 seien, so die Stelle für Suchtprävention, im Rodenecker Therapiezentrum Bad Bachgart 130 Patienten wegen Spielsucht ambulant und 60 stationär behandelt worden sein.

Dem Staat kommt beim Thema Glücksspiel eine besondere Rolle zu, die letzte Zuständigkeit liegt bei ihm: Dieser lukriert jedoch Milliarden an Steuern und Abgaben aus dem Glücksspiel, stellt aber für Vorbeugung und Behandlung der damit verbundenen Probleme kaum Geldmittel zur Verfügung. Umso lobenswerter ist hervorzuheben, dass die Landesregierung beschlossen hat, einen kleinen Teil der Einnahmen für die Suchtprävention zu verwenden. Wichtig wären jedoch auch eine stärkere Einschränkung und ein nachhaltiges Konzept zur Suchtprävention.
2012 - Südtiroler Volkspartei
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