Wohnbaupolitik ist zu überdenken
Landtagsabgeordneter der SVP-Arbeitnehmer Georg Pardeller zeigt sich besorgt über die rund um 25 Prozent geschrumpften Ansuchen um Wohnbauhilfe im letzten Jahr. Sozialpartner, Land und Gemeinden müssen sich an einen Tisch setzen und nach Lösungen suchen. Die Devise muss lauten: Preise runter und Rückkehr zu einem vernünftigen Umgang mit Bauland und Baukosten.
„25 Prozent weniger Ansuchen um Wohnbauhilfe bedeuten einen schweren Einbruch im Bausektor selbst, aber auch im Kreditsektor, auf dem Arbeitsmarkt und somit in der sozialen Gestaltung der Gesellschaft. Sowohl die Grundpreise als auch die Wohnungspreise und die Baukosten sind in Südtirol höher, zum Teil bedeutend höher als in vergleichbaren Gebieten in den Alpen und im Staat. Diese Hochpreispolitik, gegen die die öffentliche Hand - Land und Gemeinden - viel zu wenig unternommen hat, bringt jetzt den gesamten Sektor und zugleich auch die Wohnungssuchenden aus den mittleren bis unteren Einkommensschichten in Bedrängnis“, erklärt dazu der SVP-Landtagsabgeordnete Georg Pardeller.
Das Problem sei allein mit einer allfälligen Anhebung der Landesförderung, also der Förderung mit Steuermitteln nicht zu lösen. Eine Anhebung der Förderung sei an sich gut, aber gleichzeitig müsse gewährleistet werden, dass nicht auch die Baukosten angepasst werden, wie dies in der Vergangenheit häufig der Fall war, dass damit die Quadratmeterpreise weiter steigen, sich die Mieten verteuern und schlussendlich unter dem Strich dieselben unhaltbaren Zustände bleiben. Es dürfe nicht sein, dass der Bausektor weiterhin nach einer reinen Gewinnmaximierung um jeden Preis ausgerichtet werde. In einer Zeit der schrumpfenden Einkommen und der schwächelnden Kaufkraft müsse man alle Sektoren zur Vernunft bringen.
„Die Sozialpartner mit dem Land und den Gemeinden müssen sich an einen Tisch setzen und in dieser äußerst kritischen Phase über Lösungsmöglichkeiten beraten. Ein Teil der Lösung muss lauten: Preise runter, Rückkehr zu einem vernünftigen Umgang mit Bauland und Baukosten sowie gezielte Suche nach dem Gleichgewicht zwischen allen Akteuren, die mit Bauwirtschaft zu tun haben. Wenn dies nicht erfolgt, werden wieder einmal jene, die ein eigenes Dach über dem Kopf am nötigsten haben, zum Handkuss kommen, und das darf die Politik nicht zulassen“, sagt Georg Pardeller.



