Gemeinsam Verantwortung für die Zukunft übernehmen
Zweitsprache als Schlüsselkompetenz bewusst machen
Die Gremien der SVP-Wirtschaft und der Jungen Generation haben eine gemeinsame Sitzung auf Landesebene abgehalten, um erste konkrete Schritte für eine intensivere Zusammenarbeit zu setzen und Grundsätze für thematische Schwerpunkte festzulegen. Im Mittelpunkt stehen die Themen Arbeitsmarktentwicklung, Berufsorientierung, Reform des Lehrlingsgesetz und Erlernung der Zweitsprache.
Unter dem Vorsitz von Gerhard Brandstätter (SVP-Wirtschaft) und Manuel Raffin (Junge Generation) befassten sich die Mitglieder der beiden Gremien mit Fakten und Daten zur aktuellen Arbeitsmarktentwicklung und zur Bildungswelt von morgen. Ziel ist es, durch die Erfahrungen der Wirtschaftstreibenden den Jugendlichen eine Hilfestellung bei der Berufsorientierung geben zu können. Über Befragungen der Handelskammer kann der kurzfristige Bedarf an Arbeitskräften für entsprechende Berufsbilder sehr genau ermittelt werden. Schwierig ist es jedoch, das Bildungssystem auf den zukünftigen Arbeitskräftebedarf abzustimmen, da man den Bedarf beispielsweise um 5 Jahre antizipieren muss, um heute Jugendliche für Oberschulen zu gewinnen, welche man 2017 auf den Arbeitsmarkt braucht. Solche Einschätzungen können nur aufgrund von Trendanalysen abgeleitet werden. Neben dem Fachwissen, welches in den einzelnen Schultypen erworben wird, kommt den sogenannten „Schlüsselkompetenzen“ wie Teamfähigkeit, organisatorische und soziale Kompetenz eine immer wichtigere Rolle zu.
In Südtirol hat die Sprachkompetenz eine ganz besondere Bedeutung. Die bestmögliche Erlernung der Zweitsprache muss den Schülern als Bereicherung und Chance vermittelt werden, dabei sind vor allem auch die Eltern und Lehrer gefragt. Zudem soll der Sprachenunterricht so gestaltet sein, dass die Schüler einen unmittelbaren Nutzen haben und diesen auch erkennen können. Das heißt, dass neben Literatur in der Zweitsprache auch die Wirtschaftssprache mehr in den Mittelpunkt gerückt werden muss.
Weiters wurde in den Gremien auch die Zunahme von atypischen Arbeitsverträgen und deren Auswirkung sowie über die anstehende Reform des Lehrlingswesens diskutiert.
Die Mitglieder sind sich einig, dass es einen Schulterschluss der Generationen und eine intensive Zusammenarbeit der beiden Organisationen braucht, um die aktuellen gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Probleme gemeinsam angehen zu können. „Es kann nicht angehen, dass sich unsere Gesellschaft immer mehr zu Lasten unserer Jugend verschuldet. Es braucht dringend eine Reform des Pensions- und des gesamten Sozialsystems, damit die Jugend auch morgen in einen funktionierenden Arbeitsmarkt und ein finanzierbares Sozialsystem leben können“, betont der Vorsitzende der SVP-Wirtschaft Gerhard Brandstätter. „Andererseits ist es die Aufgabe der Jugend sich aktiv am politischen Leben zu beteiligen und Visionen und Ideen einzubringen“, hält Manuel Raffin fest. Man möchte gemeinsam Verantwortung für die Gestaltung der Zukunft übernehmen.
Zur Verstärkung der Zusammenarbeit und zum besseren Informationsaustausch wurde beschlossen, dass künftig ein Mitglied der Jungen Generation als ständige Vertretung der Jugend an allen Sitzungen der SVP-Wirtschaft teilnehmen wird.



